Wann kommt das E-Rezept

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Das E-Rezept wurde bisher noch nicht eingeführt, so Rezepte nur in Papierform ausgegeben werden. Versandapotheken haben lt. der Gesellschaft für Konsumforschung einen Marktanteil von 20 % bei rezeptfreien Medikamenten erobert. Nur bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln haben die Versandapotheken mit rund 4 % des Marktumsatzes nur einen relativ geringen Anteil am Pharmaziemarkt gewinnnen können. Grund dafür ist, das der Gesetzgeber E-Rezepte noch nicht zugelassen hat. Die Versandapotheken nehmen natürlich auch Rezepte in Papierform an – allerdings muss der Kunde das Rezept erst an die Internetapotheke verschicken. So verzögert sich die Auslieferung auf 2-3 Tage, was dazu führt, dass nur wenige Patienten das Rezept in einer Online-Apotheke einlösen.

Versandapotheken zahlen bisher für Rezepte

Da hilft auch die kostenlose Serviceleistung vieler Versandapotheken nicht, welche der Kundschaft extra für Rezepte portofreie Versandkuverts zum Ausdrucken anbietet. Klar ist, dass auch auf absehbare Zeit die Internetapotheken den Anteil bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht steigern werden, wenn es bei der bisherigen Verschreibungspraxis bleibt. Eine Änderung der Verschreibungspraxis könnte dazu führen, dass die Versandapotheken schneller liefern können und zudem die Portokosten für die Einsendung von Rezepten wegfallne würden.

Das bringt das E-Rezept für den Patienten

Deshalb machen die Online-Apotheken auch Druck, damit das Rezept zukünftig vom Arzt auch als E-Rezept erstellt werden kann, so dass der Patient das Rezept per E-Mail an die Versandapotheken verschicken kann. Die Auslieferungszeit verringert sich dann auf einen Tag – was dazu führen kann, dass Patienten vermehrt Rezept in Online-Apotheken einlösen werden. Der Patient  kann sich das Medikament bequem nach Hause liefern lassen.

Allerdings hat der Patient beim E-Rezept keinen finanziellen Vorteil durch Kauf in einer Internetapotheke. Bei verschreibungsfreien Arzneimitteln kann der Patient sich über Einsparungen von 30-60 % im Vergleich zu den „Apothekerpreisen“ vor Ort freuen – bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln hingegen sind die Arzneipreie vom Gesetzgeber festgeschrieben. Zudem übernehmen in den meisten Fällen die Krankenkassen die Bezahlung der rezeptpflichtigen Arzneimittel. Es fehlt also schlicht der finanzielle Anreiz für den Patienten, das Rezept online einzulösen.

Administrative Hürden bis zur Einführung des E-Rezept

Das für die Zulassung des E-Rezepts zuständige Bundesgesundheitsministerium, welches die Rahmenbedingungen für die Einführung des E-Rezeptes festlegen muss, weist darauf hin, dass noch viele technische Herausforderungen, wie z.B. die elektronische Signatur, vor der Einführung des E-Rezeptes gemeistert werden müssen. Aus Sicht der IT-Branche sind die Hürden jedoch relativ einfach zu meistern, und verweisen beispielhaft auf den elektronischen Datenverkehr zwischen Finanzamt und Steuerzahler. Da das E-Rezept nur für die Online-Apotheken positive Auswirkungen hat und damit nicht im Interesse von stationären Apotheken und auch von vielen Arztpraxen ist, ist zu erwarten, dass es doch noch etwas länger dauern wird, bis das E-Rezept eingeführt wird.

Weitere Informationen zu Versandapotheken und Internetapotheken:

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Über Christian Kalvelage (163 Artikel)
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